Montag, 27. Oktober 2014

dilworthy: death of love

Das wichtigste bei Musik, Film und vor allem ihrer Verbindung ist Atmosphäre. Wenn ich also versuche, ein Musikvideo zu drehen, muss ich die Atmosphäre der Musik verstehen und eine Idee entwickeln, die dazu passt. Wir hatten von vornherein geplant, nur einen schnellen Live Session-artigen Auftritt in der 8mm Bar zu filmen. Ich fand die Idee dabei spannend, anfangs nur mit Close-Ups zu arbeiten und den Raum, in dem sich das Video abspielt, nicht sofort zu offenbaren. Erst zum Refrain wollte ich die Bar in Gänze zeigen und erkennbar machen, dass es gar kein Publikum gibt. Zwar wird die Musik hier hektischer und lauter, doch ich wollte dem ganz bewusst ruhige Kamerafahrten entgegensetzen statt den dynamischen Bildern davor, um einen Bruch zu erzeugen. Zurück zum Stichwort Atmosphäre: Die ersten zehn Sekunden klingen für mich ebenso wie die ersten Akkorde nach wildem Westen und verrauchten Saloons. Dementsprechend wählte ich das Anfangsbild des Tresens mit Aschenbecher. Farblich fand ich da die entsättigte, düstere Farbgebung sehr passend. Um bildlich etwas mehr aus der Szenerie herauszuholen, habe ich mit einem Prisma gearbeitet, dass ich als Effekt vor die Linse der Kamera gehalten habe. So entstanden die zum Teil verschwommenen Bilder, die Spiegelungen und eine allgemein leicht psychedelische Stimmung. Der Rest des Videos (die Zubereitung des Drinks, die Zigarette sowie die harten repetitiven Cuts am Ende) hat sich spontan ergeben, um über die Länge des Liedes Spannung zu halten. Constantin Timm @vimeo

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