Mittwoch, 12. September 2012

WAVES VIENNA 2012

Sven Regener hat die Schnauze voll. Als "Banausentum gegen die Künstler" empfindet der Element of Crime-Frontmann und Autor den Umgang mit geistigem Eigentum in der Gesellschaft und kritisiert die wirtschaftliche Entwertung von Musik, seit diese zum selbst- verständlichen Allgemeingut erkoren wurde. In einem Radiointerview auf das Thema Urheberrecht angesprochen, betont Regener dezidiert dessen Wichtigkeit sowohl für Künstler als auch Musiklandschaft und wirft in seiner Wuttirade die notwendige Frage auf: Wieviel ist eine Gesellschaft wert, die ihren Künstlern ins Gesicht pinkelt? Und liefert im selben Atemzug die Antwort: Nichts.

Diese gegenwärtig heikle Debatte um Urheberrechte und ähnliche musikrelevante Gretchenfragen stehen im Fokus der Waves Music Conference, die am 04. und 05. Oktober begleitend zum Waves Musical Festival in Wien stattfinden wird.

Mehr als 35 keynotes, Panels und Workshops behandeln fachspezifische Themen, beispielsweise Handhabe und Bedeutung von Musik-Blogs, die Kunst autarker Konzertveranstaltung oder die Vor- und Nachteile von DIY-Labels. Zusätzlich geben bereits etablierte Musiker in Künstlergesprächen Einblick in ihre Karriere, während neuen Bands eine Plattform geboten wird, um sich und ihr musikalisches Schaffen vorzustellen und professionelles Feedback einzuholen. Als speziellen Programmpunkt bemüht sich das Waves Vienna um eine Annäherung von Ost und West: Neben dem österreichischen Musikgefilde wird besonders den heurigen Gastländern Polen und Frankreich verstärkt Raum gegeben, um das pulsierende Musikgeschehen im eigenen Land zu präsentieren.

Begleitend zur Konferenz geht vom 04. bis 07. Oktober das eigentliche Club- und Showcase-Festival über die Bühne. Eingeläutet wird die zweite Festivaledition im Gartenbaukino mit der österreichischen Uraufführung von „Shut Up and Play the Hits“, einer Dokumentation über LCD Soundsystem; Den Abschluss stellt eine Afterparty in der Pratersauna dar, inklusive gratis (Kater-) Frühstück. Dazwischen liegen mehr als 80 internationale Acts, die vier Tage lang zwölf Locations entlang des Wiener Donaukanals und der Praterstraße im 2. Wiener Gemeindebezirk bespielen. Das äußerst dichte Programm aus Alternative, Elektronik, Rock und Clubmusik lädt dazu ein, mit hochkarätigen Acts gleichermaßen in andere Sphären zu entschwinden wie mit Rohdiamanten, welche es dort noch zu entdecken gilt. Ein paar ausgewählte Juwelen vorab:

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